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Inklusive Bildung zahlt sich aus: Handlungsbedarf bei der Nachmittagsbetreuung von Kindern mit Behinderung und bei Krippenplätzen

Inklusive Bildung zahlt sich aus! Foto: Christian Schütz/Diakoniewerk

„Inklusive Bildung zahlt sich aus – und das von der Kinderkrippe bis zur Universität!“ – Mit diesem Argument fordert die Diakonie zu Schulbeginn von einer neuen Regierung mehr Investitionen in die Elementarbildung (Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen). „Es ist längst an der Zeit, österreichweit einheitliche und verbesserte Rahmenbedingungen für den Kindergarten zu schaffen und gezielt in den Bereich der Elementarbildung zu investieren“, betont Maria Moser, Diakonie Direktorin.

Jeder Euro, der in Kinder und ihre Bildung investiert wird, zahlt sich mehrfach aus. Für die Altersgruppe der 3-6-Jährigen gilt ein so genannter Return on Investment von 7:1, d.h. jeder Euro, der jetzt investiert wird, kommt siebenfach zurück.

Fünf Punkte und Ziele formuliert die Diakonie als zentral für eine Weiterentwicklung der vorschulischen Bildung:  1. Qualität entscheidet 2. Jedes Kind ist gleich viel wert 3. Verbesserter Betreuungsschlüssel 4. Elementarbildung zahlt sich aus 5. Einführung bundesweit einheitlicher Standards.

Gut begleitet von Anfang an

Ob Kinder mit Behinderung, mit chronischer Krankheit oder Kinder, die in Armut aufwachsen – Elementarbildung ist der Schlüssel zu späteren Bildungserfolgen. Raschen Handlungsbedarf sieht die Diakonie bei der Nachmittagsbetreuung von Kindern mit Behinderung und bei Krippenplätzen.

  • Im Krippenalter fehlen in ganz Österreich Angebote für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.
  • Etwas später wird es nicht besser – Kinder mit Behinderung sind aus dem verpflichtenden Kindergartenjahr ausgenommen.

Um Kindern gerecht zu werden und ihre Entwicklung bestmöglich zu fördern, brauchen PädagogInnen gute Arbeitsbedingungen: sie brauchen mehr Zeit für jedes Kind, mehr Vorbereitung und auseichend Räume für ihre Arbeit.

5 Punkte zu vorschulischer Bildung

Im Rahmen der bisher größten und längsten Langzeitstudie Europas* wurden über 3000 Kinder in England über 17 Jahre hinweg untersucht: im Zentrum stand die Frage nach den Wirkungen, die vorschulische Bildung auf das spätere Schulleben hat.

Zwei zentrale Ergebnisse der Forschung sind, dass die Effekte umso nachhaltiger sind, je qualitativ hochwertiger die Elementarbildung ist und, dass die positiven Effekte dann besonders stark sind, wenn eine elementare Bildungseinrichtung länger als 2 Jahre besucht wurde.

Qualitätsvolle vorschulische Bildung hat eindeutig langfristige, positive Auswirkungen auf spätere schulische Leistungen – egal, ob Mädchen oder Bub, egal welche Erstsprache ein Kind spricht oder welche soziale Herkunft es hat, ob es mit oder ohne Behinderung zur Welt kommt. Entscheidend ist in erster Linie die Qualität der vorschulischen Bildung.  Auch die Diakonie hat die Ergebnisse in ihren 5 Punkten zur Elementarbildung aufgenommen. Lesen Sie diese hier.

(*The Effective Pre-School, Primary and Secondary Education project (EPPSE) ist eine der bisher größten und längsten Langzeitstudie Europas. – Im Diakonie Blog lesen Sie die Details)

Quelle: Diakonie.at