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Dass Sport und Inklusion perfekt zusammenpassen, zeigte sich am Wochenende in der Weender Sporthalle, wo der SCW Göttingen bereits zum siebten Mal seinen Tischtennislehrgang für Menschen mit und ohne Behinderung veranstaltete.

„Ich kenne im deutschsprachigen Raum kein vergleichbares Projekt“, sagte Karl-Heinz „Charly“ Weber. Der 60-Jährige, der 1992 in Barcelona die Tischtennis-Goldmedaille bei den Paralympics gewonnen hatte und anschließend als Co-Trainer für die Nationalmannschaft tätig war, leitete bei dem dreitägigen Lehrgang in Weende zusammen mit acht weiteren Trainern die Übungseinheiten und sorgte dabei mit teilweise sehr ausgefallenen Übungen dafür, dass die rund 50 überwiegend jugendlichen Teilnehmer nicht nur etwas lernten, sondern auch mit viel Spaß bei der Sache waren.

„Um überhaupt Kinder und Jugendliche für diesen tollen Sport zu gewinnen ist es wichtig, dass Tischtennistraining spannend zu gestalten und es jedes Mal als Abenteuer zu sehen“, so Weber. Dass er von dem Inklusionsprojekt des SCW so begeistert sei, habe einen einfachen Grund: „Hier werden in unfassbar guter Weise Spitzensport, Breitensport und Inklusion in einen Topf geworfen und alles dann bunt durcheinander gewürfelt“, lobte Weber. Sowohl das Miteinander am Tisch als auch daneben sei einmalig. „Das ist hier wie eine große Familie und deshalb bin ich sehr gerne hier“, meinte der 60-Jährige.

„Was anfangs mit einer Idee im kleinen Rahmen begann, hat sich mit vielen Unterstützern und ehrenamtlichen Helfern mittlerweile zu einem erfolgreichen Modellprojekt für Inklusion im Tischtennis entwickelt, das 2017 sogar mit dem Inklusionspreis des Landessportbundes Niedersachsen ausgezeichnet wurde“, sagt Mitorganisator Martin Koch.

Unter dem Motto „Tischtennis auf Augenhöhe“ würden Sportler aus der Region, aber auch aus anderen Teilen Norddeutschlands dabei erfahren, dass man trotz Behinderung mit Spaß und Freude Tischtennis auf hohem Niveau betreiben kann. „Insbesondere sollen auf zwanglose Weise Vorurteile gegenüber Behinderungen bei den Jugendlichen abgebaut werden“, so Koch.

„Hier wird nicht nur über Inklusion geredet, hier wird sie gemacht“, freute sich Frauke Alves, die vor sieben Jahren die Idee zu dem Lehrgangsprojekt hatte. „Unser Ziel war es seinerzeit, Menschen mit und ohne Behinderung über den Tischtennissport zusammenzuführen“, so Alves. Und dieses Ziel habe man definitiv erreicht.

Der Dank der Organisatoren ging auch in diesem Jahr wieder an die Aktion Mensch, die den Lehrgang „in einem erheblichen Umfang“ finanziell unterstütze, sowie an die Firma Ottobock aus Duderstadt, die wie schon in den Vorjahren mehrere Rollstühle zur Verfügung stellte, damit alle Teilnehmer die Möglichkeit hatten, ihre Perspektive zu wechseln, Erfahrungen im Rollstuhl zu sammeln und mit Sportlern mit Behinderung Tischtennis auf Augenhöhe spielen zu können.

Quelle: hna.de