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Der Weltfrauentag ist auch für DAS BAND Anlass, um auf die Geschlechtergerechtigkeit von Frauen im Allgemeinen sowie von Frauen mit Behinderungen im Besonderen aufmerksam zu machen.

Im März 1911, vor genau 110 Jahren, demonstrierten in Wien über 20.000 Frauen und solidarische Männer, anlässlich des Internationalen Weltfrauentages, um für die Gleichstellung von Frauen zu kämpfen. Viele historische Forderungen konnten erfolgreich umgesetzt werden, aber immer noch gehen Frauen weltweit auf die Straßen und führen Kämpfe, von denen sie gehofft hatten, sie längst gewonnen zu haben.

Neue alte Probleme

Rolle rückwärts bei der Gleichstellung: 110 Jahre später, die Corona-Pandemie hat die Welt fest im Griff, sind es besonders Frauen, die vermehrten Herausforderungen und psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie drängen viele Frauen in alte Rollenmuster zurück. Die Schließung von Schulen und Kindergärten hat in den Familien den Alltag auf den Kopf gestellt. Der Großteil der unbezahlten Arbeit, verstärkt durch die Corona-Krise, wird von Frauen übernommen. Sie sind es meisten, die in Familien rund um die Uhr Arbeit, Kinderbetreuung, Homeschooling, die Pflege Angehöriger und den Haushalt bewältigen.

Belastend kommt hinzu, dass Österreich die höchste Arbeitslosigkeit seit 70 Jahren verbucht und erstmals sind Frauen stärker betroffen als Männer. Besonders hart trifft es Alleinerzieherinnen, Selbstständige und Frauen über 45. Grund für den größeren Zuwachs bei Frauen ist, dass Branchen mit einem hohen Frauenanteil derzeit stärker betroffen sind: Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel und persönliche Dienstleistungen.

„Für Gleichstellung auf sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ebene einzutreten ist ein tägliche Herausforderung für Männer und Frauen. Für berufstätige Mütter braucht es in der Arbeitswelt mehr Selbstbestimmung zur freien Zeiteinteilung und höhere Toleranz abseits eingefahrener Strukturen“, betont Mag.a Andrea Rogy, stv. Obfrau von DAS BAND – gemeinsam vielfältig.

Frauen mit Behinderungen- doppelt benachteiligt

Für alle ist die Corona-Krise eine Herausforderung – doch für Frauen mit Behinderungen ist diese besonders problematisch. Mühsam aufgebaute Unterstützungsangebote sind pandemiebedingt plötzlich weggefallen.

Frauen und Mädchen mit Behinderungen und/oder psychischen Erkrankungen erleben tagtäglich multiple Formen der Diskriminierung. Aufgrund ihres Geschlechts und aufgrund ihrer Behinderung sind sie in besonderem Maßen anfällig für Geringschätzung, Ausgrenzung und Missbrauch. Sie sind demnach zweifach benachteiligt – als Frau und als Mensch mit Behinderungen.

Anlässlich des Weltfrauentag möchten wir von DAS BAND- gemeinsam vielfältig dringend dazu aufrufen, dass Artikel 6 der UN-Behindertenrechtskonvention endlich mittels tiefgreifendender Strategien umgesetzt wird. Dieser verpflichtet Österreich dazu im Sinne der Gleichstellung, Maßnahmen zur Sicherung der vollen Entfaltung, der Förderung und der Stärkung der Autonomie der Frauen, um zu garantieren, dass sie die in diesem Übereinkommen genannten Menschenrechte und Grundfreiheiten ausüben und genießen können.