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Kunst und Kultur allen Menschen zugänglich zu machen, ist eine Frage der Gleichstellung. Von den Gleichstellungsmaßnahmen profitieren wird ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung.
Österreich befindet sich auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft. Das bringt große gesellschaftliche Herausforderungen mit sich, auch für die Bereiche Kunst und Kultur. Inklusion vertritt die Idee, dass niemand ausgegrenzt werden soll. Die Umsetzung von Barrierefreiheit stellt ein wichtiges Fundament für eine inklusive Gesellschaft dar.

Barrierefreiheit ist mehr als rollstuhlgerecht

Viele Menschen denken bei dem Begriff „Barrierefreiheit“ nach wie vor in erster Linie an den Rollstuhl und an die Notwendigkeiten von RollstuhlfahrerInnen. Der Begriff meint aber viel mehr. Es geht beispielsweise auch darum, wie Informationen barrierefrei zugänglich gemacht werden können. Es ist wichtig, die gesamte Bandbreite des Themas zu kennen, bevor man entscheidet, was man tut.

Hervorragende Beispiele

Zur Umsetzung von Barrierefreiheit im Bereich Kunst und Kultur gibt es bereits hervorragende Beispiele.
Da blinde Menschen Informationen nicht sehen können, müssen sie für sie hörbar und/oder tastbar zur Verfügung gestellt werden. Das Kunsthistorische Museum in Wien hat schon vor Jahren ein Projekt gestartet, um auch blinden Menschen den eigenständigen Genuss von Kunstwerken zugänglich zu machen. Dort wurden unter anderem zu verschiedenen Gemälden, Tast-Reliefs nachgebildet, so dass blinde Personen das Gemälde begreifen und erspüren können.
Im Schloss Schönbrunn gibt es so genannte Audio-Guides. Diese Audio-Guides kann man auf unterschiedliche Sprachen einstellen, unter anderem gibt es auch Videos in der österreichischen Gebärdensprache. Viele Menschen wissen nicht, dass für gehörlose Menschen, die mit der Gebärdensprache aufwachsen, diese ihre Muttersprache und die österreichische Lautsprache die erste Fremdsprache darstellt. Wenn man das weiß, versteht man, warum für diese Zielgruppe Informationen in Gebärdensprache so wichtig sind.
Im Archäologischen Park Carnuntum wurde eine Informations-Broschüre in Leichte Sprache übersetzt. „Leichte Sprache/Leicht Lesen“ bezeichnet eine Gestaltungsart von Informationen hinsichtlich Text und Layout, die es Menschen, die sich mit dem Lesen schwer tun, erleichtert, den Text zu verstehen. Diese Gestaltungsform hilft nicht nur Menschen mit Lernschwierigkeiten sondern beispielsweise auch Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen.
Bei den Sommerfestspielen in Melk wurde eine induktive Höranlage eingebaut, die auch hörbeeinträchtigten Menschen uneingeschränkten Kulturgenuss ermöglicht.
Diese Beispiele zeigen die große Bandbreite der Umsetzungsmöglichkeiten, abseits der baulichen Barrierefreiheit, auf. Sie zeigen aber auch, dass große Anbieter natürlich ganz andere Möglichkeiten haben, als kleine, möglicherweise ehrenamtliche geführte Museen oder andere Kulturstätten. Aber jeder und jede kann etwas tun – immer in Abstimmung mit seinen bzw. ihren Möglichkeiten.
(von erwachsenenbildung.at)