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Dem Wunsch vieler Betroffener nach einem komplett implantierbaren und somit unsichtbaren und in jeder Lebenssituation einsetzbarem Hörgerät kann in Österreich nun nachgekommen werden: Das vollimplantierbare Carina Mittelohrimplantat von Cochlear wurde im Klinikum Wels-Grieskirchen zum ersten Mal eingesetzt. Das System ermöglicht den Trägern einen uneingeschränkten Alltag.

Hörlösung für Menschen ab 14

Das vollimplantierbare Carina Mittelohrimplantat bietet bei verschiedenen Fällen von kombiniertem Hörverlust und Schallempfindungshörverlust flexible Behandlungsmöglichkeiten. „Je nach der Art des Hörverlusts werden unterschiedliche Ankopplungsmethoden gewählt“, erklärt Ingrid Hauer, Clinical Technical Specialist der Cochlear Austria GmbH. Das Implantat ist zur Verbesserung des Hörvermögens von Personen ab einem Alter von 14 Jahren vorgesehen.

So funktioniert es

Das hinter dem Ohr und unter der Haut liegende Mikrophon erfasst die Schallsignale und überträgt sie über ein Kabel an das Implantat. Das Implantat verarbeitet die Schallsignale und sendet sie an den Aktuator, das Antriebselement. Dieser wandelt das analoge elektrische Signal in mechanische
Schwingungen um und überträgt diese an die Gehörknöchelchen. „Der Aktuator ist im Prinzip ein kleiner Motor. Er produziert mechanische Schwingungen, die er direkt an eines der Gehörknöchelchen überträgt“, so Ingrid Hauer. Ab diesem Punkt folgt das Hören wieder dem normalen Hörprozess.

Technische Herausforderungen

Diesen technischen Fortschritt schätzt auch Primar Dr. Thomas Keintzel für seine Patienten. Er hat die erste Implantation des Cochlear Carina Systems in Österreich vorgenommen. „Vollimplantierbare Mittelohrimplantate gibt es zwar bereits, doch die technisch zu überwindende Hürde lag bei einem geeigneten, leistungsstarken und implantierbaren Mikrophon sowie einer langlebigen und sicheren Energieversorgung.“ Das Batterie-/Akkumodul des Carina Systems kann sechzehn Stunden im Dauerbetrieb genutzt werden, sofern es täglich geladen wird. Die Ladedauer beträgt circa fünfundvierzig Minuten.

Eine Frage der Einstellung

Die Problembereiche der subkutanen Mikrophone sind insbesondere die akustisch verstärkten Körpergeräusche, wie Kaugeräusche, Knistern der Haare oder die Geräusche der Blutgefäße. Auch Rückkopplungseffekte können entstehen. Eine individuelle Anpassung des Hörsystems gemeinsam mit Technikern und Audiologen kann den Trägern aber helfen.
Das heute verfügbare Carina System ist eine weiterentwickelte, optimierte Form eines Implantats der Firma Otologics. Cochlear hat bei der Herstellung von Implantaten über dreißig Jahre Erfahrung und mit diesem Know How die Zuverlässigkeit des Carina Systems verbessert. Ausfälle, zum Beispiel durch Feuchtigkeit, gehören der Vergangenheit an.
(von Cochlear Austria GmbH, Quelle: OTS)