Rund 1.500 Kärntnerinnen und Kärntner wurden Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie. Mehr als 700 davon fielen der Aktion T4 zum Opfer. Das bedeutet: Man brachte sie in die Tötungsanstalt Hartheim und ermordete sie. Der Großteil dieser Menschen kam aus der psychiatrischen Abteilung der Anstalt Klagenfurt sowie aus Armen- und Siechenhäusern und kleineren Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Kärnten.
Trotz des Stopss der Aktion T4 ermordete man ab dem Sommer 1941 bis zum Ende des 2. Weltkrieges etwa 800 weitere Menschen in Kärntner Anstalten.
Die Vortragenden
Herwig Oberlerchner ist Primarius an der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Klagenfurt. Er betreut und begleitet gemeinsam mit dem Historiker Helge Stromberger Opferangehörige, die sich mit dem Schicksal ihrer ermordeten Verwandten auseinandersetzen.
Dieses in Österreich einzigartige Projekt wird im Zuge der Veranstaltung vorgestellt.
Veranstaltung
Die Veranstaltung findet am Freitag, 27. Juni 2014 um 18:00 Uhr in der Sala
Terrena des Schlosses Hartheim statt.
Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe: „Geschichte und Gegenwart. Regionale Studien zur NS Euthanasie in der Ostmark mit der Vorstellung aktueller historischer Projekte“. Der Vortrag am 27. Juni 2014 legt den Fokus auf Kärntnen und ergänzt die bisherigen Untersuchungen über die Vorgänge im Nationalsozialismus.
Programm
Begrüßungsworte
Peter Eigelsberger, Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
NS Euthanasie im Raum Kärnten
Helge Stromberger, Historiker
„ …und niemand wollte darüber sprechen.“ Zur Bearbeitung von
Familiengeheimnissen im Rahmen der NS-Euthanasie.
Herwig Oberlerchner, Primarius am Klinikum Klagenfurt
Der Veranstaltungsort
Das Schloss Hartheim befindet sich in Alkoven in Oberösterreich. Im Schloss Hartheim war von 1940 bis 1944 eine nationalsozialistische Euthanasieanstalt untergebracht, in der fast 30.000 "körperlich und geistig beeinträchtigte" sowie "psychisch kranke Menschen" ermordet wurden. Sie waren Bewohnerinnen und Bewohner von Heil- und Pflegeanstalten, "arbeitsunfähige" Häftlinge aus den Konzentrationslagern Mauthausen, Gusen, Ravensbrück und Dachau sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.
Im Jahr 1995 wurde der Verein Schloss Hartheim gegründet. Das Vereinsziel war es aus dem Schloss Hartheim einen angemessenen Ort der Erinnerung, des Gedenkens und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung zu schaffen. Im Jahr 2003 wurde mithilfe finanzieller Mittel des Landes OÖ und des Bundes das Vereinsziel umgesetzt. Die vorher bereits existierenden Gedenkräume wurden erweitert, das gesamte Schloss umgebaut und zur einer Lern- und Gedenkstätte. Darüber hinaus wurde die Ausstellung „Wert des Lebens“ errichtet.
Im Lern- und Gedenkort werden persönliche Begleitungen und pädagogische
Programme angeboten, aber auch Ausstellungen, Filmabende, Vorträge und
Lesungen zu aktuellen wie historischen Schwerpunkten.
Kontakt: Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim, Schlossstraße 1, 4072 Alkoven
Tel: 07274 – 6536 – 546; E-Mail: office@schloss-hartheim.at
(Quelle: Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim)
(von KI-I)