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Wenn Florian seine Dienstkleidung anzieht, tut er das mit einem stolzen Lächeln auf dem Gesicht. Für ihn bedeutet die Arbeit in der Integrativen Beschäftigung viel mehr als bloße „Beschäftigung“. Mit Ernsthaftigkeit begegnet er seinen Aufgaben. Wie viele andere Menschen mit Beeinträchtigung will er zeigen: „Ich kann mehr als ihr denkt.“ Den Beweis dafür liefern zahlreiche Personen seit nunmehr fünf Jahren. Die Einsatzorte und Aufgabengebiete in der integrativen Beschäftigung sind unterschiedlich. Bei allen teilnehmenden Betrieben ist aber die soziale Verantwortung groß und das merken auch die KundInnen, die während des Einkaufs Florians Lächeln begegnen.

Integrative Beschäftigung bei assista

Im Jahr 2008 begann assista mit integrativer Beschäftigung. Damals waren es fünf Beschäftigte, heute 30. Bis 2015 sollen 45 Personen integrative Beschäftigungsplätze erhalten. Ziel sei es, dass alle KundInnen der assista einer sinnstiftenden, individuell abgestimmten Tätigkeit nachgehen können. „Aber  nicht für jeden Betroffenen bietet diese Beschäftigungsform die passende Struktur“.
Für ihr Engagement erhalten sie ein kleine Vergütung. Die Motivation bestehe aber selten im Zuverdienst sondern vielmehr in der Freude am Kontakt mit anderen Menschen.

Da, wo alle arbeiten

„Die Mitarbeiter gehen auf mich offen zu. Sie sehen in mir nicht den Rollstuhlfahrer, sondern jemanden, der eine tolle Leistung bringen kann“, berichtet etwa Oswin D. von seiner Beschäftigung bei der Firma MKW.
„Bei integrativer Beschäftigung geht es nicht um eine Anstellung im herkömmlichen Sinn, sondern um eine fähigkeitsorientierte Aktivität in einem Betrieb oder einer Organisation“, erklärt Karl Grabenberger. Dabei tauscht der Beschäftigte sein Engagement gegen eine angepasste Infrastruktur. assista kümmert sich um Begleitung, Versicherung und Vergütung.
Der Kooperationspartner wiederum profitiert dabei in verschiedenen Bereichen: „Kooperationsbetriebe können etwa Kleinmontagen und Komplementierungen betriebsintern abwickeln und sparen dadurch Transport und Logistikkosten. Vor allem aber bereichert es die Unternehmenskultur und erhöht die
Sozialkompetenz unter den KollegInnen“, erklärt Grabenberger. Nicht zu vergessen sei auch die Steigerung des Unternehmensimage.

„Wir brauchen dringend mehr Beschäftigungsplätze“

Aktuell warten in ganz Oberösterreich hunderte Menschen mit Beeinträchtigung auf einen Beschäftigungsplatz, stellt Karl Grabenberger fest. Finanzierte Plätze wären dringend notwendig, kritisiert Grabenberger. Es fehle allerdings an den nötigen Mitteln seitens der Politik.
Das aktuelle Motto laute „Mobil vor stationär“, denn die Beschäftigung außerhalb der Einrichtungen sei schneller realisierbar und in Folge auch kostengünstiger im Vergleich zu den Werkstätten der Sozialorganisationen. Zudem fördere es die soziale Integration. „Ich hoffe, man erkennt bald das Potenzial von beeinträchtigten Menschen, wenn sie einer sinnstiftenden Beschäftigung nachgehen können.“

(von assista Soziale Dienste GmbH)