In Österreich studieren knapp 300.000 Personen. Davon haben etwa 14 % sind in irgendeiner Art beeinträchtigt. Acht % davon gelten als behindert. Mehr als 2.000 Personen haben eine mindestens 50%-ige Behinderung. Das Studium wird damit zu einer größeren Herausforderung.
Die Tagung "Auslage in Arbeit! Wie behindert(engerecht) ist ein Fernstudium?" in Wien widmete sich dem Thema „Fernstudium“. Fernstudien können eine mögliche Lösung für eine akademische Bildung für Menschen mit Beeinträchtigung sein.
Franz Palank, Leiter des Zentrums für Fernstudien in Österreich, erklärt, dass Fernuniversitäten mittlerweile die größten Universitäten Europas sind. Unter den rund 7.000 Studierenden, die diese Möglichkeit nutzen, sind viele beeinträchtigt und hätten an einer normalen Universität tagtäglich mit Problemen zu kämpfen, die ihnen beim Fernstudium erspart bleiben. „Mit dem Fernstudium können wir auf die Lernenden zugehen. Alle Abläufe sind elektronisch unterstützt und wir können individuelle Lösungen anbieten. Das ist besonders bei Prüfungen für Menschen mit Behinderungen wichtig.“
Akademische Bildung für alle
Obwohl inklusive Bildung für alle immer wieder gefordert wird, ist das in der österreichischen Praxis nur teilweise Realität. Gerhard Höllerer ist für die Ombudsstelle für Studierende verantwortlich. Er ist selbst sehbeeinträchtigt und kennt die Tücken des Gesetzes.
Ein Beispiel: Es gibt Bestimmungen, die es Menschen mit Beeinträchtigung unmöglich machen Pädagogik zu studieren und später an Volks- oder Mittelschulen zu unterrichten. „Solche Hindernisse beim Zugang zum Studium müssen schnellstens beseitigt werden“, fordert Höllerer, der darauf hinweist, dass Fernstudien einen guten Weg darstellen, die UN-Konvention umzusetzen. Ein Fernstudium kann auch ohne Matura begonnen werden.
Bewusstsein ändern
Damit Menschen mit Beeinträchtigung in Zukunft einfacher zu einem Studienabschluss gelangen, gilt es drei wichtige Fragen zu beantworten. Erstens sind rechtliche Rahmenbedingungen zu verbessern. Zweitens soll es mehr Ressourcen für individuell angepasste Lehrbehelfe und Materialien geben sowie Investitionen in neue Medien. Die TeilnehmerInnen der Fachtagung über zugängliche Fernstudien fanden aber das dritte Thema am wichtigsten und das ist eine Änderung des Bewusstseins. Das Fernstudium ist eine Möglichkeit dazu und kann Türen für anziehende Karrieren öffnen. In Deutschland genießen die AbsolventInnen des Fernstudiums einen hervorragenden Ruf, weiß Jochen Hölle Kölling von der Fernuni Hagen. Gute Aussichten also.
Quellen: Johannes Kepler Universität, Arbeit und Behinderung
(von KI-I)