"Anlässlich des Sondergipfels der Europäischen Union am 23. Mai für mehr Wachstum und Stabilität fordert die Diakonie die Regierungschefs auf, die Potenziale für uns alle bei Pflege, Kinderbetreuung, Bildung und sozialen Hilfen nicht zu übersehen. Denn die letzten Jahre haben gezeigt: die Sozialwirtschaft ist Motor für Beschäftigung und Konjunktur in Europa," betont Martin Schenk, Sozialexperte und stellvertretender Direktor der Diakonie Österreich.
Laut Europäischer Kommission ist die Beschäftigung im Gesundheits- und Sozialbereich stärker gewachsen als in anderen Bereichen der Wirtschaft. Zwischen 2000 und 2009 stieg die Zahl der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialsektor um 4,2 Millionen Menschen, das ist ein Viertel des gesamten Beschäftigungszuwachses in der europäischen Wirtschaft. Dieser Wirtschaftssektor generiert zudem etwa 5 % der gesamten wirtschaftlichen Leistung in Europa.
Zusätzlich hat die Europäische Kommission mit ihrem aktuellen "Action Plan for EU Health Workforce" das Problem erkannt, dass die demografischen Entwicklungen Verbesserungen für die derzeitigen Arbeitsbedingungen erfordern, um möglichst viele Menschen in diesem Arbeitsfeld halten zu können bzw. die Beschäftigung weiter ausbauen zu können.
Soziale Dienstleistungen umfassen eine enorme Bandbreite: Pflege- und Betreuungsleistungen u.a. im Kinder- und Altenbereich, Beratungsangebote für Menschen in sozialen Notlagen, oder auch Wohnangebote für Jugendliche, die es im Leben schwerer haben. "Werden Arbeitsplätze im Sozialbereich geschaffen, profitieren alle – jene, die auf Betreuung angewiesen sind, aber auch jene, die bereits jetzt zu Hause ihre Angehörigen betreuen und pflegen," so Schenk.
Laut Schenk rentieren sich soziale Investitionen. Budgetkonsolidierung und Zukunftsinvestitionen sind kein Widerspruch, sondern gemeinsame Notwendigkeit. Sie sind ein Gebot der Stunde. "Wer sozialer Polarisierung mit all ihren negativen Folgen für die ganze Gesellschaft gegensteuern will, muss nicht nur für die Stabilisierung des Finanz- und Bankensektors eintreten, sondern auch für die Stabilisierung des sozialen Ausgleichs," so Schenk.
(von Diakonie Österreich, Quelle: OTS)