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Das Institut Integriert Studieren gemeinsam mit dem Evangelischen Studentenheim Linz und der Volkshilfe Oberösterreich lud zu einem Abend mit Erzählungen und Musik. Zahlreiche Gäste lauschten gespannt, manchmal amüsiert den Geschichten und Anekdoten der ReferentInnen. Den ReferentInnen gemeinsam war, dass sie als Menschen mit Beeinträchtigung gelten und viel zu erzählen haben.
Silke Haider berichtete über ihr Studium sowie ihrer österreichweit einzigartigen Stellung als Wirtschaftspädagogik-Studentin mit Beeinträchtigung. Dieser Status sorgt in manchen Orten nach wie vor für Überraschung bei den Beteiligten. An der Linzer JKU gehört Silke Haider zum Alltagsbild, das einem nicht nur in persona sondern auch auf Plakaten begegnet. Das liegt an ihrem politischen Interesse und Engagement, bei dem sie sich ihrem Motto „im Rollstuhl etwas bewegen“ gemäß um soziale Gerechtigkeit und Barrierefreiheit bemüht.
Anschließend unterhielt Mag. Mario Batusic seine Gäste auf humorvolle Art mit Anekdoten aus seinem Leben. Auf Wunsch seiner Mutter hin studierte er Theologie und stieß gerade hier, wo er es damals nicht vermutete, an geistige Grenzen, die ihm eine praktische Ausführung des Berufs in seinem Heimatland verunmöglichten. Nach einigen Jahren kam der gebürtige Bosnier nach Österreich, wo er anfangs noch sein theologisches Handwerk ausübte. Bald machte sich Mario Batusic zu neuen beruflichen Zielen auf, lernte seine Frau kennen, lieben und heiratete. Heute ist er Mühlviertler (Oberösterreich), klopft hier höchstens als „Zug’roaster“ die mentalen Grenzen der Einheimischen ab und arbeitet als im zweiten Berufsweg halbfertig studierter Informatiker am Institut Integriert Studieren.
Schließlich berichtete Thomas Seidling von seiner Reiseleidenschaft, die schon für manche sehenden Menschen überwältigend wirkt und einer blinden Person kaum zugetraut wird. Ist aber so, meint Thomas Seidling und erzählt, dass er England, Griechenland und die USA bereiste. Als früherer Leistungssportler schwamm er außerdem bei den Paralympischen Spielen 2008 in Peking und wanderte letztes Jahr mal eben von Linz nach Wien, um am Weg bei Zwentendorf Abenteuerliches zu erleben, wenn der Weg trotz Kompass nicht ganz klar ist. Seit einigen Semestern studiert er Rechtswissenschaften in Linz und hat sich als abenteuerlustiger Mensch schon ein neues (Reise)Ziel gesteckt. Nächstes Jahr wird er in Australien studieren und seines Erachtens auch dort auf sein Motto vertrauen können: Der schwerste Schritt ist der bei der Tür hinaus. Bin ich erst mal unterwegs, gibt es immer nette Menschen kennen zu lernen und jemand, der bei Bedarf da ist.
Der ESH-Heimleiter Dr. Johann Berger führte als Gastgeber durch die Veranstaltung. Er kündigte neben den ReferentInnen auch „The Folks“ an, die den Abend mit bulgarischen, irischen, britischen und österreichische Liedern klangstark und musikalisch spannend arrangiert untermalten und so gelungen abrundeten.
(von KI-I)