Für José war es der größte Tag in seinem bisherigen Leben: Unter dem Jubel der Menschen auf der Straße, angefeuert von seiner Familie, seinen SchulkameradInnen und vielen anderen trug der mehrfach behinderte 19-Jährige die Fackel mit dem Olympischen Feuer durch seine Heimatstadt Gravatá im Nordosten Brasiliens. Der begeisterte Sportler ist eines von 180 Kindern und Jugendlichen, die in dem seit 1995 von der Kindernothilfe unterstützten Rehabilitationszentrum gefördert werden.
Dass „ihr“ José als Träger des Olympischen Feuers ausgewählt wurde, bedeutet für das Team des Rehazentrums auch einen ganz wichtigen politischen Erfolg: „Jahrzehntelang war es in diesem Land unendlich schwierig“, sagt Catharina Freire, Sozialarbeiterin, „dass Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in der Öffentlichkeit angemessen wahrgenommen werden – und ihr Recht auf Respekt und Teilhabe akzeptiert wird.“
Auch für José, den Träger des Olympischen Feuers, war das nicht anders. Für ihn, so sagt es der Jugendliche selbst, sei diese Fackelträger-Ehre, „eine große Anerkennung und Genugtuung“, auch, weil er als Kind viel zu oft hatte erleben müssen, wegen seiner Behinderung von SchulkameradInnen wie auch Erwachsenen verlacht, diskriminiert und gemobbt zu werden.
Rio de Janeiro ist vom 7. bis 18. September Ausstragungsort der Paralympics.
(von Kindernothilfe Österreich)