Hoffnung braucht ein JA! – vor allem für die sozialen Strategien unseres Landes.

13.12.2017

In der aktuellen Diskussion in Oberösterreich um Sozialleistungen, Budgets und die Streitpunkte dazu kommt eines klar zum Ausdruck: Uns fehlen Ziele, ein gemeinsamer Plan bzw. eine Vorgehensweise, die die Unterstützung, Betreuung und Pflege sowie deren Qualität sicherstellt und gleichzeitig den wandelnden Ansprüchen der Gesellschaft anpasst.

Bei einem grundsätzlichen Verständnis für (partei-)politische Auseinandersetzungen ist doch erstaunlich, dass bisher noch nicht geklärt werden konnte, worüber eigentlich genau gestritten wird. Weder ist transparent, um welche Leistungen es geht, noch sind die wirtschaftlichen Zahlen außer Streit auf den Tisch gebracht. Als „alter Profi“ in diesem Feld konstatiere ich, dass auch ich mich nicht mehr auskenne. Leider ist das keine reife Leistung!

Grundsätzlich muss es um die Würde von allen Menschen gehen, vor allem auch jener, die sich selber nicht das Gehör für ihre Anliegen und Bedürfnisse verschaffen können und es geht um deren Befähigung und Unterstützung in einer sich wandelnden Gesellschaft. Alte Planungsansätze werden weitergeschrieben, Vereinbarungen (anscheinend) nicht eingehalten, der „Rasenmäher“ fährt über Budgets und die Verärgerung ist groß. Das alles ist ein unwürdiges Schauspiel, letztlich auf dem Rücken derer, die unserer Nächstenliebe bedürfen.

Ich möchte an dieser Stelle einen Vorschlag machen: Wenden wir uns, unter dem Prinzip einer vernünftigen Diskussion, kurzfristig der Ausgangslage im Sozialen zu und bemühen wir uns um eine gemeinsam geteilte Wahrheit als Basis. Im Sinne der mittel- und langfristigen Sozialplanung braucht es ein Umdenken, da das Vertiefen der bestehenden Systeme nicht mehr den sich wandelnden Ansprüchen der Menschen genügt. Es ist frappierend, dass wir immer noch „in Betten“ planen. Finden Sie sich als Leser/-in, als mögliche/r Kunde/-in darin wieder?

Formulieren wir doch nach getaner Arbeit einen „Landesaktionsplan“. Richten wir für den sorgsam zu begleitenden Wandel Modellregionen ein, in denen neue Leistungen erbracht und neue Angebote umgesetzt werden können. Beziehen wir die Betroffenen und Angehörigen von Anfang an mit ein. Und als Letztes, transformieren wir das Leistungssystem im Bundesland auf Basis des Willens der Betroffenen in deren sozialräumliches Umfeld. In fünf Jahren wäre viel zu erreichen.

Also zusammengefasst:

1. Ausgangslage beschreiben und gemeinsame Zielbilder unter Einbeziehung der Betroffenen und deren Umfeld erarbeiten,

2. Modelle und Modellregionen einrichten inkl. Bewertung und Budgetierung,

3. Landesaktionsplan erarbeiten und

4. Umsetzen.

Das erfordert viel Kraft und über Partei- und sonstige Grenzen hinweg intensives gemeinsames Arbeiten. Die Anstrengung lohnt sich. Es geht um die Gesellschaft als Ganzes und die Sehnsucht nach einem guten Leben, welches wir Menschen in unserem Innersten anstreben.

Quelle: diakoniewerk.at, Mag. Josef Scharinger Vorstand