Sang-Mook Lee: Wie ich verletzt wurde und wie ich mit meiner Behinderung lebe

28.01.2008
Prof. Sang-Mook Lee arbeitet mit Hilfe der Integramouse und spezieller Spracherkennungssoftware

Prof. Sang-Mook Lee bei der Arbeit mit der Integramouse

Prof. Sang-Mook Lee fährt mit dem Rollstuhl über eine Rampe in seinen umgebauten Van

Prof. Sang-Mook Lee beim Einsteigen in sein Auto

Mein Name ist Sang-Mook Lee und ich bin Assistenz-Professor an der nationalen Universität in Seoul, Korea. Ich bin Tetraplegiker, resultierend aus einer Verletzung des 4. Halswirbels, das bedeutet, dass ich keine Empfindung an allen Körperteilen unterhalb der Schulter habe.
Dank spezieller assistierender Technologien wie der Integramouse (die, wie ich glaube in Österreich entwickelt wurde) und Spracherkennungs-Software, kann ich ohne meine Hände zu gebrauchen, weiterhin meinen Aufgaben als Professor, Forscher und Wissenschafter nachgehen. Danke Österreich für die Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterIntegramouse!
Die nebenstehende Abbildung zeigt mich bei der Arbeit mit Hilfe der Integramouse und der Spracherkennungs-Software in Windows Vista.

Ich bin Mitte 40 und habe eine Frau und drei Kinder. Mein berufliches Spezialgebiet liegt im Bereich der Geowissenschaften, genauer, in der Meeresgeophysik. Bevor ich 1998 nach Korea zurückkehrte, lebte und studierte ich 9 Jahre in den USA und 2 Jahre in England. Nach meiner Rückkehr nach Korea, führte ich ein aktives Leben und war ca. 3 Monate auf See auf einem Forschungsschiff, um den Meeresboden des pazifischen Ozeans zu studieren. Ein Jahr war ich als Meereswissenschafter am Ozeanischen Forschungs- und Entwicklungsinstitut in Korea (Korea Ocean Research and Development Institute) tätig. 2003 wechselte ich an meinen gegenwärtigen Arbeitsplatz an der Nationalen Universität in Seoul, welche die führende Universität in Korea ist.

Am 2. Juli 2006 wurde ich bei einem Unfall verletzt, als sich mein Fahrzeug, während einer geologischen Exkursion in der Wüste von Kalifornien, USA, überschlug.
Die Exkursion war Teil einer Ausbildung, an der 13 Studenten der Nationalen Universität Seoul gemeinsam mit anderen Studenten und Fakultätsmitgliedern einer weithin bekannten Universität der USA teilnahmen. Ich habe keine Erinnerung an das, was am Tag meines Unfalles geschah.
Mein Gedächtnis an diesen Tag wurde vollständig ausgelöscht. Glücklicherweise war innerhalb von 40 Minuten ein Hubschrauber am Unfallort und ich wurde zu einem nahe gelegenen Krankenhaus geflogen, in dem ich operiert wurde.

Ich blieb nach meinem Unfall fast 3 Monate in Krankenhäusern in den USA. Ende September 2006 kehrte ich nach Korea zurück und verbrachte dort weitere 3 Monate in einem Krankenhaus in Korea. Anfang Jänner 2007 begann ich wieder zu arbeiten.
Meine Wiedereinstellung verdanke ich vielen Leuten, einschließlich meiner Familie und Freunden. Besonders ein Fakultätsmitglied der Nationalen Universität in Seoul spendete eine große Summe Geld als Integrationshilfe für die Rückkehr an meinen Arbeitsplatz. Dank ihm war ich in der Lage, einen Van so umbauen zu lassen, dass ich mit meinem elektrischen Rollstuhl aus und einfahren kann (wie auf nebenstehendem Foto ersichtlich).

Viele der Technologien, die ich jetzt benutze, habe ich in den USA erlernt. Eines der Krankenhäuser, in dem ich war, war das "Rancho Los Amigos National Rehabilitation Resort". Es hat eine Abteilung, die "Center for Advanced Rehabilitation Technology" (CART) genannt wird. Hier lernte ich verschiedenste Assistierende Technologien kennen und es wurde mir beigebracht wie Computer zugägnlich gemacht werden können. Durch diese Technologien und Hilfsmittel konnte ich wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren.
Das ist eine bemerkenswerte Abteilung und eines Tages hoffe ich, einen ähnlichen Service hier in Korea aufbauen zu können. Leider sind viele der Informationen, die mir halfen, auf  Englisch und so ist es notwendig die Informationen auf Koreanisch zu übersetzen. Ich arbeite in meiner Freizeit daran, eine neue Website auf Koreanisch und Englisch für  Menschen mit Querschnittlähmung zu entwerfen.
Eigentlich sind nicht alle Hilfsmittel, die ich verwende, aus den USA und von anderen Ländern. Ein bestimmtes Hilfsmittel, das ich wirklich nützlich finde, wird in Korea hergestellt. Es ist eine kleine Vorrichtung, die es ermöglicht, Telefonate über den Computer abzuwickeln, die von einer regulären Telefonleitung hereinkommen bzw. zu einem regulären Telefonanschluss führen. Weil ich meine Hände nicht benutzen kann, muss jemand anderes das Telefon für mich abheben. Ich kann jedoch den Computer  mit  der Integramouse betätigen. Diese Vorrichtung ermöglicht mir, dass ich Anrufe tätigen und beantworten kann, indem ich ein kleines Fenster auf dem Computer anklicke. Diese Vorrichtung wird "EZ Caller" genannt und wird von der Firma HasoIntech (Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.hasointech.com) hergestellt. Ich denke, dass diese Vorrichtung so dienlich wie auch die Integramouse für eine Person mit Tetraplegie ist.

Danke und Beste Wünsche
Sang-Mook

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterZum Blog von Prof. Sang-Mook Lee (nur in englischer Sprache).